Gedenken, Erinnern, Verantwortung übernehmen: Holocaust-Gedenktag an der DS Lissabon

Anlässlich des Holocaust-Gedenktages fanden an unserer Schule mehrere eindrucksvolle und bewegende Veranstaltungen statt, die unseren Schülerinnen und Schülern einen vertieften Zugang zu diesem schwierigen, aber äußerst wichtigen Kapitel der deutschen Geschichte ermöglichten. Der Gedenktag begann mit einer Schweigeminute, in der die gesamte Schulgemeinschaft in Stille der Opfer des Holocaust gedachte.

Veranstaltungen in der Bibliothek (8. und 9. Klassen)

Die 8. Klassen trafen in der Schulbibliothek Renata Silva, ehemalige Geschichtslehrerin unserer Schule. In sehr persönlicher und herzlicher Weise berichtete sie von der Flucht ihrer jüdischen Familie nach Portugal und ermöglichte den Schülerinnen und Schülern einen menschlichen Zugang zum Thema Holocaust. Ergänzt wurde ihr Besuch durch die deutsche Botschafterin, die auf Fragen der Jugendlichen einging und die Bedeutung von Toleranz sowie des Engagements gegen jede Form von Diskriminierung hervorhob.

Für die 9. Klassen hielt Irene Flunser Pimentel, renommierte Historikerin mit Schwerpunkt 20. Jahrhundert, einen höchst informativen Vortrag über den Holocaust. Sie betonte besonders, dass sich der Nationalsozialismus nicht plötzlich entwickelte, sondern das Ergebnis eines schleichenden Prozesses war. Diskriminierung, Ausgrenzung und Entrechtung bildeten viele einzelne Etappen, die schließlich in der Monstrosität des Holocaust mündeten.

Digitale Gespräche in den 10. Klassen

Die 10. Klassen nahmen an zwei spannenden digitalen Gesprächen mit Referenten aus Deutschland teil. In den Klassen 10a und 10b berichtete Sebastian Wehrhahn, Referent für Antifaschismus im Deutschen Bundestag, über aktuelle Gefahren und Erscheinungsformen des Rechtsextremismus sowie deren historische Bezüge. In der Klasse 10c stellte Florian Osuch seine Forschungen zu einer Fälscherwerkstatt der Nationalsozialisten im Konzentrationslager Sachsenhausen vor und beleuchtete damit einen weiteren Aspekt der nationalsozialistischen Verbrechen.

Ausblick

Weitere Besuche zum Thema sind für Ende Februar in den 7. Klassen geplant. Dabei wird unsere ehemalige Schulpsychologin Anita Ayash, Enkelin eines Holocaust-Opfers, von ihrer eigenen Familiengeschichte berichten, die von Verfolgung, Ausgrenzung und Flucht geprägt ist.

Gemeinsam Erinnern für die Gegenwart

Die Veranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag haben auf eindrucksvolle Weise gezeigt, wie bedeutsam persönliche Begegnungen, historische Bildung und offene Gespräche für eine lebendige Erinnerungskultur sind. Sie haben unsere Schulgemeinschaft dazu angeregt, über Verantwortung, Zivilcourage und Menschlichkeit nachzudenken – Werte, die heute aktueller sind denn je und unser schulisches Zusammenleben prägen sollen.

Quelle: https://dslissabon.com/2026/01/gedenken-erinnern-verantwortung-uebernehmen-holocaust-gedenktag-an-der-dsl/

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