Interview über Deutsche Schulen Iberien DSIB im Wirtschaftsblatt „El Economista“

Am 12. und 13. März 2026 erschien ein Interview im renommierten Wirtschaftsblatt „El Economista“ zu den Deutschen Schulen des Verbandes DSIB in Spanien:

Was ist DS Iberien (DSIB) und welches Ziel verfolgt der Verband? Deutsche Schulen Iberien ist ein Netzwerk von deutschen Schulen und dualen Berufsbildungszentren in Spanien und Portugal. Diese Zentren werden von gemeinnützigen Vereinen finanziert und verwaltet und vom deutschen Staat gefördert. Sie bieten Raum für interkulturellen Austausch und Begegnung und stehen Schülerinnen und Schülern verschiedener Nationalitäten offen. An allen deutschen Schulen in Spanien wird auf Deutsch und Spanisch unterrichtet. Darüber hinaus gehören zum Netzwerk zwei Zentren – FEDA Barcelona und FEDA Madrid –, die das deutsche duale Berufsbildungsmodell umsetzen.

Was macht das Bildungsmodell deutscher Schulen im Ausland so besonders?

Seit über 170 Jahren verbinden deutsche Schulen in Spanien und Portugal akademische Exzellenz mit persönlicher und sozialer Entwicklung. Ihr Modell fördert Selbstständigkeit, kritisches Denken und soziale Kompetenzen für Leben und Beruf in multikulturellen Kontexten. Die Schülerinnen und Schüler suchen aktiv nach Lösungen, anstatt Inhalte auswendig zu lernen, und entwickeln so Wissen, Persönlichkeit und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen.

Alle Schulen arbeiten nach demselben System, verfolgen aber jeweils ihren eigenen Ansatz. Wie spiegelt sich diese Vielfalt innerhalb des Netzwerks wider?

Die Deutschen Schulen in Spanien werden vom Auswärtigen Amt gefördert, sind aber Privatschulen und haben jeweils ihre eigene Identität.

Die Deutschen Schulen in Madrid und Valencia bieten beispielsweise die Integration von Schülerinnen und Schülern in die 5. Klasse (nach dem spanischen Schulsystem) ohne Vorkenntnisse in Deutsch an. Darüber hinaus entwickeln sie innovative Programme, die selbstständiges und kooperatives Lernen fördern.

Die Deutschen Schulen in Las Palmas de Gran Canaria und Málaga legen hingegen großen Wert auf Sprachen, insbesondere auf Englisch, und unterstützen den Erwerb von Cambridge- oder Oxford-Diplomen.

Unsere Schulen verfügen über ein ausgezeichnetes Englischniveau, und viele bieten Französisch auf DELF-Niveau als Wahlfach an, da Deutschkenntnisse das Erlernen anderer Sprachen erleichtern.

Die Deutsche Schule Bilbao betont, dass ihre methodischen Ansätze stets an das Alter und die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler angepasst sind und dass sie eine Reihe von Techniken und Methoden zur Stärkung ihrer Persönlichkeit und Teamfähigkeit anbietet.

Wir ermutigen Schülerinnen und Schüler zur Zusammenarbeit bei der Problemlösung und zu einem kritischen Umgang mit der Gegenwart. Dadurch werden sie optimal auf die Herausforderungen der Welt von morgen vorbereitet.

Deutsche Schulen in Spanien und Portugal verstehen sich als „Begegnungsschulen“. Was bedeutet dieses Konzept in der Praxis?

An unseren Schulen kommen Schülerinnen und Schüler aus vielen verschiedenen Nationen. Dies fördert eine offene, weltoffene Denkweise und kreatives Denken und unterstützt internationale Freundschaften von klein auf. Der Unterricht findet nicht nur auf Deutsch statt, sondern die deutsche Kultur wird auch hautnah erlebt.

Viele Schülerinnen und Schüler haben keinen deutschen Hintergrund und sprechen bei Schuleintritt kein Deutsch. Wie wird ihre Integration in das Bildungssystem erleichtert? Kinder ohne Vorkenntnisse in Deutsch besuchen in der Regel die Vorschule, sodass sich ihre Deutschkenntnisse natürlich und schrittweise entwickeln, bis sie ein Niveau erreichen, das dem von Muttersprachlern nahezu entspricht. In Madrid und Valencia können Schülerinnen und Schüler ohne Vorkenntnisse in Deutsch nach einem Vorbereitungskurs direkt in die Sekundarstufe II (ESO) einsteigen. Dieses Programm ist besonders attraktiv für die zahlreichen multinationalen Unternehmen, deren Mitarbeiter internationale Beziehungen pflegen und sich möglicherweise für eine internationale Ausbildung ihrer Kinder entscheiden.

Das Abitur öffnet Türen zu Universitäten weltweit. Welche Rolle spielt diese Qualifikation für die internationale Attraktivität von Schulen? Das Abitur existiert in Deutschland seit 1788, als es als obligatorische Abschlussprüfung (am Gymnasium) eingeführt wurde. Es ist eine angesehene Qualifikation mit hoher internationaler Anerkennung, die ein Studium an Universitäten weltweit sowie eine renommierte duale Berufsausbildung in Deutschland ermöglicht. Ein hoher Prozentsatz der Absolventen setzt sein Studium in Deutschland fort und profitiert so vom starken deutschen Arbeitsmarkt.

Neben dem Schulsystem umfasst das Netzwerk zwei duale Berufsbildungszentren. Was bringt dieses Bildungsmodell der Ausbildungslandschaft in Spanien?

Das duale System kombiniert akademische Ausbildung mit praktischer Erfahrung in einem Unternehmen. An der fedaEDU Barcelona und der FEDA Madrid finden rund 60 % der Ausbildungszeit im Unternehmen statt, und die Auszubildenden übernehmen vom ersten Tag an Verantwortung. Dies ermöglicht die unmittelbare Anwendung der Theorie, und der Lehrplan wird auf die spezifischen Bedürfnisse jedes Unternehmens zugeschnitten. Mehrsprachige, qualifizierte Mitarbeiterschulungen werden so auf spezifische Bedürfnisse zugeschnitten, wodurch Rekrutierungskosten gesenkt und Talente frühzeitig identifiziert werden können. Nach Abschluss der Schulung kann das Unternehmen entscheiden, ob es den/die Auszubildende/n übernimmt.

Die Studierenden sind vom ersten Tag an auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Jedes Unternehmen verfügt über einen internen Mentor und arbeitet eng mit dem Schulungszentrum zusammen. Über 85 % der Absolventen werden von ihren Ausbildungsunternehmen übernommen. Viele erreichen Führungspositionen.

Aktuell planen fedaEDU Barcelona und FEDA Madrid den Ausbau ihres Netzwerks von Schulungszentren und laden insbesondere spanische Unternehmen ein, von diesem Exzellenzmodell zu profitieren und sich aktiv an der Entwicklung der Talente zu beteiligen, die die Zukunft der spanischen Wirtschaft prägen werden.

Artikel: El Economista (übersetzt ins Deutsche)

https://www.eleconomista.es/branded-content/noticias/13816044/03/26/martina-spann-coordinadora-de-dsib-el-modelo-educativo-aleman-forma-estudiantes-criticos-autonomos-y-preparados-para-el-mundo.html

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