Wahrscheinlich kennt jede Schule auf der Welt die Probleme, die durch Handys hervorgerufen werden. Da sind zum einen Konflikte, die durch Fotos, Videos, Chatverläufe oder auch Spickversuche in Klassenarbeiten oder Klausuren entstehen. Hinzu kommen zahlreiche Untersuchungen, die belegen, dass selbst ein in der Schultasche verstautes Handy hohes Ablenkungspotenzial birgt und somit Konzentration und Lernleistung einschränkt. Die Deutsche Schule Málaga hat sich deshalb zu einem konsequenten Schritt entschlossen, um eine handyfreie Schule sein zu können: Zu Beginn des Schuljahres wurden Handytaschen, sogenannte „phone locker“, für alle Schüler:innen ab Klasse 5 angeschafft. In der Praxis funktioniert das so: Bei Ankunft in der Schule nehmen sich die Schüler:innen eine Tasche aus zwei bereitgestellten Kisten, legen ihr Handy hinein, verschließen die Tasche und verstauen sie in der Schultasche. Während des Schultages ist das Gerät nicht mehr zugänglich und empfängt auch keine Signale. Nachmittags werden die Locker mithilfe zweier zentraler Magneten geöffnet, das Handy wird entnommen, und der Locker verbleibt in der Schule, die Handytaschen sind also nicht personalisiert.
Damit ist Aufwand verbunden, denn morgens und nachmittags werden Aufsichten abgestellt, und ein bisschen Geld hat die Anschaffung natürlich auch gekostet. Aber, es lohnt sich. Die Eltern haben die Neuerung mit enormer Zustimmung begrüßt, und die Schüler:innen gewöhnen sich daran. Interessant ist zu beobachten, dass vor allem die Jüngeren ihr Handy jetzt vermehrt lieber zuhause lassen und nicht mehr mit in die Schule bringen. Natürlich haben wir nach wie vor einige, wenn auch wenige Schüler:innen, die dem Reiz des Handys nicht widerstehen können. Da heißt es konsequent sein: Wer erwischt wird, bleibt direkt den nächsten Tag zuhause. Es gibt nur wenige Schulen in Spanien, die den gleichen Weg wie die Deutsche Schule Málaga eingeschlagen haben. Unser erstes Resümee lautete: empfehlenswert!
